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Festschrift zum 50. Jubiläum

St. Georg - der Drachentöter [1.609 KB]

Einleitende Erläuterungen

Die Geschichte der St. Georgs Kirche und Gemeinde ist eingebettet in die des Dorfes Daberstedt sowie der Stadt und des Gebietes Erfurt.
Im Verhältnis zu der geschichtsträchtigen Stadt Erfurt und den anderen Kirchengemeinden ist unsere Gemeinde St. Georg noch sehr jung. Sie ging aus der katholischen Kirchengemeinde St. Lorenz hervor und wurde 1940 gegründet.
Die damals zunehmende Zahl der Gläubigen drängte dazu. Nach allen Widrigkeiten konnte am 07. April 1940, dem 2. Sonntag nach Ostern, die Benediktion durch den damaligen Generalvikar aus Fulda erfolgen.

So durfte unsere Gemeinde St. Georg mit großer Freude im April 1990 ihr 50-jähriges Bestehen festlich begehen.
Das war für unseren verstorbenen Herrn Pfarrer Eckardt und weitere Gemeindmitglieder (siehe unten) willkommener Anlass um einige interessante geschichtliche Hintergründe und auch Grußbotschaften für uns alle in einer Festschrift festzuhalten.

Aus dieser Festschrift sind nachfolgende Auszüge wiedergegeben:


Liebe Gemeinde St. Georg!

50 Jahre St. Georg - das ist die Geschichte einer Kirche, besser eines Gottesdienstraumes („Kapelle" wird sie gelegentlich genannt), Geschichte eines Provisoriums.

„Gern erzählen die alten Erfurter heute noch vom Gartenbaugelände im südöstlichen Gebiet Erfurts, von Blumen- und Blumenkohlfeldern südlich der Bahnlinie nach Weimar, vom Daberstädter Feld und von ihren Ausflügen aus der Stadt heraus zum Terassenkaffee." So schreibt die Chronik, die ich vor Jahren anfing. Und sie fährt fort: „Das "Bergkaffee“ lag auf und an einem steilen Berg, der den Kindern im Winter eine beliebte Rodelbahn bot.
Die Stadt wurde immer weiter nach dem Süden ausgebaut. In der Stadtseelsorge wurde festgestellt, dass die katholische Kirche im ganzen südlichen Raum des Stadtgebietes keinen Kirchen- oder Gemeinderaum besitzt. So suchte man nach einem geeigneten Platz für einen Kirchenneubau, schon in den 30er Jahren. Ein vorgesehenes Grundstück wurde jedoch von der Oberpostdirektion Erfurt erworben. So hat die St. Lorenzgemeinde am 06.02.1940 mit der Firma Friedrich Böhm u. Co. einen Mietvertrag über einen Raum (der Gaststätte "Bergkaffee" in der Bitscherstraße 49) zur Abhaltung von Gottesdiensten abgeschlossen. Initiatoren waren Pfarrer Wand von der Lorenzkirche und Dr. Karl Fleckner vom Kirchenvorstand der St. Lorenzgemeinde. Mit Tatkraft ging Dr. Fleckner sofort an die Ausgestaltung dieses Raumes. Es wurden die Kommunionbank aus der Kiliankapelle, ebenso von dort farbige Glasfenster, 12 Bänke aus der Magdalenenkapelle und 4 Altarleuchter geliehen und aufgestellt bzw. eingebaut.

Herr Pfarrer Wand sorgte dafür, dass dieser Raum schon am Sonntag, dem 14.04.1940 durch den Generalvikar von Fulda, Günther, benediziert wurde. Dr. Fleckner wurde der weitere Ausbau übertragen. Der Bonifatiusverein stiftete hierfür 2.000 RM. Bereits am 27. Mai 1940 wurde Pfarrer Wand zur Vernehmung bei der Geheimen Staatspolizei vorgeladen. Obwohl er darlegte, dass ein Gottesdienstraum in diesem Wohngebiet wegen der Größe der St. Lorenzgemeinde (damals bereits 3500 Gemeindemitglieder) und wegen der Verkehrsbedingungen notwendig sei, hieß schließlich die Weisung der Geheimen Staatspolizei: Gottesdienste dürfen nicht mehr stattfinden. Alles hatte so hoffnungsvoll begonnen: 200 Kirchenbesucher hatten sich schon mehrere Sonntage zum Gottesdienst eingefunden. Jetzt begann ein Tauziehen zwischen der Fuldaer Bischofskonferenz und dem Reichskirchenministerium. Pfarrer Wand wandte sich nämlich über Propst Dr. Freusberg an Bischof Johannes Baptist Dietz in Fulda und dieser an den Commissarius der Fuldaer Bischofskonferenz, Bischof Wienken (06.06.1940). Am 11.06.1940 machte dieser eine Eingabe an das Reichskirchenministerium. Er legte dar, dass in der Notkirche St. Georg bereits Sonntagsgottesdienst und 2 - 3mal Werktagsgottesdienst stattfinde. Am 23.08.1940 kam eine Bestätigung des Verbotes von Gottesdienst durch die Geheime Staatspolizei vom 27.05.1940 durch den Reichsminister. Am 03.12.1940 wurde die Notkirche beschlagnahmt. 2 Tage später wurde darin eine Bezugscheinstelle für die Ortsgruppe „Stadtpark" errichtet. Die Kirche musste ausgeräumt werden und am 13.12.1940 hielt die Bezugscheinstelle ihren Einzug. Sie blieb darin bis zum Ende des Krieges. Am 25. Mai 1945, fast auf den Tag genau 5 Jahre nach dem Verbot von Gottesdiensten, wurde die Notkirche wieder von der St. Lorenzgemeinde in Besitz genommen. Von Jetzt ab war dieser Raum bis zum 08.01.1967 Filialkirche der St. Lorenzgemeinde.

Herr Dr. Fleckner übernahm wieder die Ausgestaltung des Gottesdienstraumes. Am 30.07.1945 wurde von der St. Crucisgemeinde das Kunstwerk „Anna Selbdritt" erbeten und ausgeliehen, am 01.07.1946 eine Monstranz von der St. Wigbertgemeinde, ein Triptychon „Maria als apokalyptisches Weib" von der St. Severigemeinde, von der Domgemeinde weiterhin die 12 Bänke, die 4 Altarleuchter und ein Standkreuz."

Am 08. Januar 1967 wurde St. Georg zur Pfarrkuratie erklärt. So stellte sich die
Kirche wieder als ein Provisorium dar.

1940 „Notkirche" - Provisorium
1945 „Notkirche" wieder „Filialkirche" - Provisorium
1966 „neu zu errichtende Gemeinde" - Provisorium
1967 „Pfarrkuratie" St. Georg – Provisorium

Später erzählt die Chronik weiter:

„Die Gemeinde St. Georg erlebte am Sonntag, dem 11.01.1976 eine große Freude, sie wurde zur kanonischen Pfarrei (06.01.1976) erhoben und feierte deshalb ein großes Gemeindefest. Bemühungen der Gemeinde um die Ernennung zur Pfarrei stehen in einem großen Komplex, den Bischof Hugo Aufderbeck „Die Leiden der Gemeinde St. Georg“ nannte.

Der Kirchenvorstand der St. Georgsgemeinde Erfurt stellte zum ersten Mal einen schriftlichen Antrag, die St. Georgsgemeinde in Erfurt zur Pfarrei zu erklären, am 21.05.1975. Er begründete die Bitte damit, „dass die Kuratie St. Georg einen Status erhalten müsse, der dem der anderen Gemeinden Erfurts gleichzusetzen wäre“, mit der Überlegung, dass der Status unserer Gemeinde als Kuratie bei den örtlichen Behörden nicht volle Anerkennung finde, und mit der Erwägung, dass mit dem Warten auf Vorhandensein von eigenem Grund, Boden und Gebäuden wohl nie eine Ernennung zur Pfarrei geschehen könnte. Im Hintergrund stand immer der Gedanke, dass die praktische Selbständigkeit, die pastorale Lebendigkeit und die faktische Geschlossenheit des seelsorgerischen Gebietes es auch rechtfertigen, im Rang der anderen Gemeinden zu stehen. (Der junge Mensch will doch endlich einmal als Erwachsener anerkannt sein.) Motivierend war die "politische" Situation: St. Georg musste zeigen, dass es existierte mit dem sichtbaren Ja Gottes und des Bischofs.

Am 03.06.1975 erhielt der Kirchenvorstand vom Bischöflichen Amt Erfurt eine negative Antwort mit der Begründung, dass die Erhebung zur Pfarrei „zum jetzigen Zeitpunkt aus kirchenrechtlichen Gründen nicht möglich“ sei.

Am 09.07.1975 stellte der Kirchenvorstand erneut seinen Antrag auf Ernennung zur Pfarrei mit erweiterter Begründung. Am 22.07.1975 antwortete das Bischöfliche Amt mit einem Zwischenbescheid, der um Abwarten einer Sitzung des Bischöflichen Amtes nach Rückkehr des Bischofs aus seinem Urlaub bat. Das Warten mußte länger geübt werden.

Ein neues Bemühen um den Antrag zur Pfarreiernennung begann mit einem Brief von Pfarrer Eckardt an den Bischof vom 28.10.1975. Ein klärendes Gespräch bei der Klausurtagung der Erfurter Pfarrer vom 03.11. - 05.11.1975 in Tambach-Dietharz zwischen Bischof Aufderbeck, Generalvikar Uthe und Pfarrer Eckardt unterstrich die Dringlichkeit des Anliegens der Gemeinde.

Am 20.11.1975 sagte Herr Generalvikar Uthe in einem Telefongespräch dem Pfarrer, dass nach Prüfung des nach dem Vatikanischen Konzil veränderten Kirchenrechts die Ernennung der Gemeinde St. Georg zur Pfarrei geschehen könne.

Der Kirchenvorstand beschloss erneut in der Sitzung vom 25.11.1975 den Antrag auf Ernennung zur Pfarrei und reichte ihn am 29.11.1975 ein.

Generalvikar Uthe schlug nach Beratung mit Pfarrer Eckardt als Termin der Pfarreiernennung den 06.01.1976 vor."

Große Freude! Aber nun wurde die Geschichte spannend. Dramatisch war es schon, mit der Erweiterung des Georgsheimes um einen weiteren Raum, sodass überhaupt erst einmal pastoral notwendiger Versammlungsraum und Sanitär- und Kleinkücheneinrichtung geschaffen werden konnten. Aber was war das für eine Kirche? „Schandfleck" nannten die Anwohner das Anwesen des Bergkaffees, das faulte, verrottete, überwuchert wurde von Gestrüpp und verwüstet von Menschen, die ein herrenloses Grundstück fanden für Geländespiel und nächtliche Umtriebe; denn Frau Kussinger, die Besitzerin, war 1972 gestorben.

Die Chronik schildert weiter:

„Ein Ereignis besonderer geistlicher und pastoraler Eigenart bereitete sich und erlebte die Georgsgemeinde am Samstag, dem 04. Oktober 1975: eine Heilig-Jahr-Wallfahrt.

An einem Septembersonntag kündigte Pfarrer Eckardt eine Heilig-Jahr-Wallfahrt der Gemeinde an. Diese Wallfahrt war im Pfarrgemeinderat vorüberlegt und mit dem Bischof besprochen. Der Pfarrer begründete die Wallfahrt als ein Heilig-Jahr-Ereignis: Wenn eine Wallfahrt nach Rom nicht möglich sei, dann möchte es eine Wallfahrt zum Dom werden. Ein Gebetsanliegen, dem Heiligen Jahr würdig, habe ja die Gemeinde, und alle wüssten um eine besondere Not der Gemeinde, in der es wichtig sei, zu Gott zu beten. Da Rückfragen kamen, welche Not denn gemeint sei, gab der Pfarrer eine ausführliche Darstellung des Anliegens. Er sagte nach den Mitteilungen an die Gemeinde folgende Worte am 28.09.1975: Am vorigen Sonntag wurde unser Gebetsanliegen zur besonderen Pilgerfahrt der Georgsgemeinde angedeutet. Es blieben Fragen übrig. Deshalb möchte ich heute deutlicher sprechen. Jedermann sieht von außen schon, dass die Räume der St. Georgsgemeinde und die Räume des ehemaligen Bergkaffees nebenan einen einzigen Komplex bilden. Gerade aus diesem Zusammenhang mit den Räumen nebenan und dem umgebenden Grundstück entsteht eine Gefährdung für uns, und das ist unsere Sorge.

Beim Rat der Stadt Erfurt und beim Rat des Bezirkes Erfurt sprach ich im vergangenen Jahr mündlich und schriftlich vor mit der Bitte, mir die von Frau Kussinger zurückgelassene Wohnung im Bergkaffee zuzuweisen. Mein Grund war: Das Wohnen des Pfarrers im Grundstück garantiert Ruhe und Sicherheit für das Gebäude.

Weil ich keine Antwort auf meine Bitte bekam, schrieb ich am 08. Oktober 1974 einen Brief mit der gleichen Bitte an den Vorsitzenden des Staatsrates der DDR. Die Antwort war: Die zuständigen örtlichen Dienststellen entscheiden diese Frage. Daraufhin kam eine Antwort des Rates der Stadt ganz deutlich: Wir können diese Wohnung dem Pfarrer nicht zuweisen; im Bergkaffee wird ein Rentnertreff eingerichtet. Mit dieser Auskunft kurz vor Weihnachten 1974 ist es nun schon wieder September 1975 geworden, ohne dass sich etwas von den aufgezeigten Mißständen geändert hat. Und diese sind: Der Gebäudeteil nebenan ist ein Schandfleck und Ärger für die Bürger. Er steht offen für jeden, der (unberechtigterweise) einsteigen will. Das Grundstück ist ein gefährlicher Tummelplatz für Kinder. Oft steigen Kinder auf das Dach und durch die Fenster ins Gebäude ein. Ein ausgebranntes Lagerfeuer wurde sogar in diesen Räumen gefunden und Schlafplätze von vagabundierenden Gammlern. Dazu kam noch, dass daraufhin Türen und Fenster zugemauert wurden, sodass jetzt der Schwamm entsteht und das Gebäude zusehends verkommt. Der Winter bringt es gewiss an den Tag, wenn das wüst- und wild wuchernde Gestrüpp seine Blätter verliert. Weiterhin kam in diesem Sommer dazu, dass wir in unserem Teil schon Schaden nahmen vom Gebäudeteil nebenan: 5 Wochen hatten wir kein Wasser. Nun ist es zwar wieder da, aber ohne den richtigen Druck. Der Stromverteilerkasten ist demoliert; niemand kümmert es, dass dort ein Kurzschluß entstehen würde.
Wiederholt habe ich wieder schriftlich und mündlich gemahnt. Antworten gaben es nur telefonisch, nichts sagend. Die Zeitungen brachten immer wieder Meldungen, dass etwas am und im Bergkaffee geschehen soll. Die Entrümpelung als „Start“ zum diesjährigen Frühjahrsputz geschah nicht, im Gegenteil - es wird das Grundstück nun zum Schuttabladeplatz.

Die Zeit läuft und arbeitet gegen uns. Und das wissen alle Beteiligten: Alle bisherigen Unternehmungen bezüglich der Nutzung des Bergkaffees hatten nicht Hand und Fuß, ob es sich nun um Wiedereröffnung einer Gaststätte, um die Errichtung eines Handwerkbetriebes oder einer Lehrlingswerkstatt des Funkwerkes oder einer Kindereinrichtung oder des Lagers der Städtischen Bühnen handelte. Meiner Meinung nach steht auch ein Rentnertreff am falschen Ort, nämlich am Berg, also für die alten Leute eine Zumutung, dazu kommt die schlechte Verkehrsverbindung. Wer kann uns helfen in dieser Misere? Wir geben die Antwort des Glaubens. Deshalb bitten wir Gott bei unserer Dompilgerfahrt in diesem Anliegen."

So die Ankündigung bzw. die Motivation vor der Gemeinde. Die Gemeindemitglieder waren gebeten, möglichst den Weg zum Dom zu Fuß und unter Gebet zu machen. Und so machten wir uns auf den Weg, einzelne, Familien, Gruppen. Auch die Messdiener machten sich mit dem Pfarrer auf den Weg, den schweren Koffer dabei, wie zu mancher Wallfahrt oder Prozession oder Allerseelenfeier. Um 17 Uhr konnte die Eucharistie im Dom beginnen. Der Hohe Chor war vollständig gefüllt, sodass wir 350 bis 400 Besucher wohl zählen konnten. Bischof und Pfarrer konzelebrierten. Herr Bischof Aufderbeck betonte in seiner Predigt, dass das Volk Gottes in „Freude und Hoffnung, Trauer und Bedrängnis" seinen Weg durch diese Zeit macht. Er bestärkte die Gemeinde in ihrem Glauben, dass Gott sie will. Der Chor von St. Georg gestaltete diese Eucharistiefeier mit einer lateinischen Messe. Es war eine große und von starkem Glauben und großer Hoffnung erfüllte Stunde.

Und was der Heilig-Jahr-Wallfahrt folgte:

Zunächst ein Sonntag. Die Gemeinde war zu den Gottesdiensten gekommen wie sonst an den Sonntagen. Sie hatte sich die Samstagswallfahrtsmesse nicht als Sonntagsgottesdienst (Vorabendmesse) angerechnet. Es war wirklich ein Extraopfer.

Und dann kam ein Montag. Und an diesem Montag lagen Werkzeuge, Hämmer, Schubkarren u. a. vor dem Bergkaffee. Die Antwort auf unsere Wallfahrt war da: Es wurde Hand angelegt. Das Bauen begann. Und das nicht nur im Bergkaffee nebenan, sondern auch in St. Georg. Es war das Geschick der Verantwortlichen, die die DDR-Wirklichkeit kannten: Auf unterster Ebene muss man operativ die Probleme angehen und lösen. Da wurde kein Staatsrat, kein Rat des Bezirkes, kein Rathaus und kein politischer Vertreter mehr gefragt: Es wurde alles saniert unter dem einen Dach (wortwörtlich).

So kann ich nun aus dem Bautagebuch des Pfarrers zitieren:

20.05.1976 Besprechung: Stadtbezirk Süd und Vertreter von St. Georg und Bischöfliches Amt: Die Dachzone wird saniert. Die Gemeinde St. Georg ist beteiligt (Das war der Fuß in der Tür).
28.05. Einkauf von Baugerät
05.06. Eine PGH baut unter Leitung von Herrn Trebert die Baubude.
08.06. (Pfingstdienstag) Alte Wände werden eingerissen.
Am Ende der Woche war die Verschalung für eine neue Mauer fertig (mit 140 Stunden Eigenleistungen der Gemeinde). Es gab viele und fleißige Helfer. Am Ende (02.07.77) hatten sie 7.644 Stunden geleistet.
12.06. Das Fundament ist gegossen.
29.06. Die Mauer der Kirche und der Sakristei sind hochgezogen. (Es mauerten Herr Schlief, Herr Hirte und viele andere.)
09.07. Besprechung: H. Lukassek, H. Schulz, H. Trebert, H. Dietrich, Pfarrer Eckardt: Es folgten nun der Bau des Daches, die Betonierung des Fußbodens.
02.08. Das ganze Dach wurde abgenommen. Helfer waren viele, sodass es am Ende 84 Stunden Arbeitsleistung waren, gemessen am DDR-Tempo mindestens das Doppelte.
03.-06.08. Die Zimmerleute bauten die Binder und setzten sie mitsamt den Sparren auf.
Herr Generalvikar Uthe war gekommen und hielt sich 2 Stunden bei uns auf. Dieser Einsatz der 20 Männer machte ihm fesselnde Freude.
07.08. Die Fußbodenbretter wurden auf entsprechende Längen geschnitten und auf die Sparren des Daches genagelt. Auch die Dachpappe wurde aufgenagelt. 160 m2 reichten nicht aus. Wir arbeiteten nicht, wie vorgenommen, bis 14 Uhr, sondern bis 20.30 Uhr. Ein harter Tag, sauer wurde er allen, sodass sie keinen Umtrunk wie gewohnt wollten, sondern nur noch das Bett (Es waren 155 Stunden Arbeit). Das Dach war fertig ... und auch wir. Nun sollte aber auch der Sonntag (08.08.) kommen. In 44 Putzstunden der Frauen war die Kirche bereit für den Gottesdienst. Und was hatten Frauen wie Frl. Wiegner, Frl. Ziehm, Frau Geber, Frau Trebert und viele andere noch getan für die Versorgung mit Speise und Trank!
03.09. So etwas hat es noch nicht gegeben. 33 Helfer an einem Abend. Mit Fertigbeton wurde der Fußboden der Kirche gegossen.
07.09. Bischof Aufderbeck kommt zur Besichtigung der Bauarbeiten. Nun wird schon die Holzdecke genagelt.
24.09. Die Terrazzoplatten kommen.
Es folgten das Verputzen der Wände, das Legen der Platten, die Elektroverlegung, die Dachdeckerarbeiten, die Malerarbeiten.
27.11. Die Frontmauer wurde fertig gemauert.
17.12. Großer Putztag.
22.12. Die Orgelbauer haben die Orgel wieder (nach 5 Tagen) aufgebaut.
23.12. Die Messdiener üben.
24.12. Noch Räumarbeiten des Pfarrers.
25.12.1976 Es ist Weihnachten - „O du fröhliche, o du selige . . ."

Eine Gemeinde muss so gebaut haben ... und weiter ganz normal Gotteslob gefeiert haben, um das Gehäuse „Kirche" zu erneuern und mit einer „Seele" zu erfüllen. Es war ein halbes Jahr, in dem Tag für Tag Gottesdienst trotz allem gefeiert wurde.

Donnerstag, 23.06.1977: Der Altar wird errichtet.
Sonntag, 03.07.1977: Der Altar wird von Weihbischof Dr. Joachim Meisner geweiht.

Nun hat St. Georg einen festen Altar, aber auf einem Grund, der Volkseigentum ist, in einer Kirche, die von der Kommunalen Wohnungsverwaltung für etwa 2000 Mark Jahresmiete an die St. Georgsgemeinde vermietet ist.

St. Georg ein Provisorium?

St. Georg ist ein Provisorium in der providentia Gottes. Das Wort der providentia Christi lautet: „Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt." (Mt 28, 20) Die Gewissheit im Provisorium hat durch das Wort Jesu eine Bedingung, die Auftrag ist, wenn Zweifel kommen: „Einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu befolgen, was ich euch geboten habe."
(Mt 28, 17-20)

Providentia übersetze ich nicht ins Deutsche. Diese Wirklichkeit haben wir erfahren in den Jahren danach bis heute, da wir uns fleißig mühten, in Gottesdiensten, Versammlungen, Besuchen und in weltlichen Aktivitäten eine lebendige Gemeinde zu sein.

Ich wünsche unserer St. Georgsgemeinde ein Fest der Freude über 50 Jahre St. Georg.

April 1990
Ernst Eckardt, Pfarrer


Grußwort von Herrn Bischof Wanke

BISCHOF JOACHIM WANKE
Apostolischer Administrator
in Erfurt und Meiningen

GRUSSWORT ZUM 50JÄHRIGEN BESTEHEN DER GEMEINDE ST. GEORG IN ERFURT

Liebe Schwestern und Brüder der Gemeinde St. Georg!

Wer sagt "Ich bin katholisch", kann auch hinzufügen, zu welcher konkreten Gemeinde er gehört. Weltweit und alle Nationen umfassend ist unsere katholische Kirche, aber so recht handfest und leibhaftig wird unser Christsein erst im Zusammenleben in einer Pfarrgemeinde. Dort wird die Eucharistie gefeiert, dort werden die Kinder (oder Erwachsenen) getauft, das Bußsakrament gespendet und die Ehen eingesegnet. Dort finden wir uns als Einzelne und als Familien zusammen, um unserem Glauben Gestalt und Kontur zu geben; im Gebet, im gemeinsamen Gespräch, im Dienst füreinander und für andere und nicht zuletzt im gemeinsamen Feiern.

Ich freue mich mit Euch über die Lebendigkeit Eurer Gemeinde, die mit zur Lebendigkeit unserer Kirche in unserer Stadt und in unserem Land beiträgt. Die kleine Chronik Eures Pfarrers zeigt, wie viele sich in Vergangenheit und Gegenwart für die Gemeinde und in der Gemeinde engagiert haben. Hier wird konkret, was die Heilige Schrift von der Kirche, dem Leib Christi sagt: Jeder einzelne Christ "trägt mit der Kraft, die ihm zugemessen ist. So wächst der Leib und wird in Liebe aufgebaut" (Eph 4,16).

Ich wünsche Euch weiterhin dankbare Freude über Eure Berufung zum Leib Christi. Wir sind niemals allein "katholisch". Der Herr verweist uns aufeinander, damit wir miteinander und aneinander jene Selbstlosigkeit lernen, mit der ER, der Herr, uns liebt.

Gottes Segen begleite Euch alle auf Eurem weiteren gemeinsamen Weg, dem Herrn entgegen!

In herzlicher Verbundenheit grüßt Euch

Euer Bischof
Joachim Wanke




 

Altbischof Dr. Wanke

Geschichtsbetrachtungen von Herrn Trebert

Geschichte des Erfurter Gebietes, der Stadt, des Dorfes Daberstedt und der St. Georgs Kirche

Was Luther in seinen Tischgesprächen über Erfurt sagte, hat bis in die heutige Zeit noch Gültigkeit.
.....................................„Erfurt steht am besten Orte,..................................
.......................................ist eine Schmalzgrube,...........................................
.......................................da müsste eine Stadt stehen,................................
.......................................wenn sie gleich wegbrennete.".............................

Dies haben die Menschen schon in frühester Zeit erkannt. Nicht nur die guten Voraussetzungen, die das Erfurter Becken mit seinen Höhen, Wäldern und Wasserläufen bot, sondern die vielen Straßen und uralten Handelswege, die durch Erfurt führten, waren Grund genug, sich im Erfurter Gebiet anzusiedeln.

Der Ort, der durch einen Fluß, die Gera - auch Erphasa genannt d.h. braunes Wasser -, getrennt war und der durch eine Furt verbunden war, verlieh der Stadt ihren Namen Erphesfurt = Erfurt.

Die Stadt Erfurt ist nicht gegründet, nicht geplant worden. Sie erwuchs, wie viele Städte in Deutschland, aus kleinsten Siedlungen. Frühgeschichtliche Funde beweisen, daß das Erfurter Gebiet schon vor Jahrtausenden besiedelt war. Die günstigen Siedlungsbedingungen hatten schon in der jüngeren Steinzeit Menschen zum Wohnen angelockt.

Die Bandkeramiker, aber auch die Schnurkeramiker haben in unserer Gegend ihre Spuren hinterlassen. Im Raum von Ilversgehofen (Erfurt-Nord) fand man in Gräbern Werkzeuge und Gerätschaften der so genannten Glockenbecherleute. Gegenstände der Bronzezeit zeugen vom hohen handwerklichen Können der im Erfurter Gebiet ansässigen Siedler. Die Kelten, etwa 800 v. Chr. wurden durch die Germanen (Soeben) verdrängt.

Im 4. Jahrhundert schufen die eingewanderten Hermuduren die Voraussetzungen für die Gründung des thüringischen Königreiches. Dieses Reich wurde 531 - 533 von den Sachsen mit den Franken gemeinsam zerstört. Erfurt kam damit unter fränkische Oberhoheit, und mit den Franken kam auch das Christentum in unser Land. Es gilt als wahrscheinlich, daß sich auf dem Petersberg schon im Jahre 724 ein Benediktinerkloster befand. Dieses Kloster wurde mit der Königlichen Pfalz, die es dort gab, in Verbindung gebracht. 742 bittet Bonifatius den Papst Zacharias II., das Bistum Erfurt zu bestätigen. Dieses Bistum bestand nicht lange, denn schon wenige Jahre nach seiner Gründung wurde es dem Erzbistum Mainz einverleibt. Diese Vereinigung war kein Nachteil für die Stadt. Durch die Verbindung mit dem damals schon stark entwickelten Rhein-Main-Gebiet begann ein für Erfurt machtvoller Aufstieg des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens. 21 Pfarrkirchen, 4 Stiftskirchen, 11 Klosterkirchen, 1 Hospitalkirche und 3 Kapellen waren Zeugnis einer rasanten religiösen Entwicklung. Die Mainzer Oberhoheit war großzügig und mild. Die Vakanz des Erzbischofs im religiösen Bereich wurde durch einen Weihbischof hergestellt. Mit der Übernahme des Bistums war auch die Übernahme des nicht unbedeutenden Grundbesitzes verbunden. Im Laufe der Zeit verlor der Erzbischof aber immer mehr an politischer Macht in Erfurt. Zum Ende des 13. Jahrhunderts waren ihm nur noch wenige Rechte verblieben. Wichtig war in dieser Zeit sein persönlicher Besitz, dessen Kern die so genannten Küchendörferwaren. Seit 1264 verwaltete der Mainzer Prokurator diesen Besitz. Als Stiftsherr übertrug derselbe die Verwaltung und Leitung des Mainzer Hofes einem Beamten, dem Küchenmeister. Ihm unterstanden die Küchendörfer, ursprünglich die Dörfer Brühl, Hochheim, Bindersleben und Ilversgehofen. Später kamen die Slawendörfer Dittelstedt, Melchendorf und Daberstedt und als letzter Ort Witterda hinzu.
Dafür schieden die Ortschaften Brühl, Bindersleben und Ilversgehofen aus. Die Küchendörfer hatten nicht nur dem Küchenmeister während der Anwesenheit des Erzbischofs Naturalien zu liefern, sondern sie mußten die kurfürstliche Verwaltung das ganze Jahr hindurch versorgen. Aber auch Hand- und Spanndienste mußten die Einwohner dieser Ortschaften leisten. Dafür erhielten sie die Befreiung vom Marktzoll und hatten noch manche Vorteile gegenüber den so genannten Ratsdörfern, z.B. das Braurecht für Melchendorf und das Schankrecht für alle dem Erzbischof unterstellten Dörfer. Diese Rechte setzten die Küchendörfer in die Lage, ihre Biere und Weine billiger zu verkaufen. Das führte dazu, daß die Erfurter ihre Getränke in den nahe liegenden Mainzer Dorfkneipen kauften. Die Daberstedter lagen der Stadt am nächsten. Dort soll es acht Schankstätten gegeben haben, die immer gut besucht waren, sehr zum Ärger der Erfurter Behörden. Im Reigen der fünf Küchendörfer war Daberstedt das kleinste und zuzeiten auch das ärmste Dorf. Dieser Ort war einer von drei Slawendörfern, die dort im 9. Jahrhundert entstanden. Daberstedt wurde 1122 erstmalig in einer erzbischöflichen Urkunde erwähnt. Von einer Georgskirche erfahren wir aus einer Urkunde aus dem Jahre 1170. Was aber, so wird man fragen, hat dieses Dorf mit unserer Georgskirche und Gemeinde zu tun? Unsere Kirche steht am selben Berg - Hernzgenberg -, der bis 1813 einem Ort Daberstedt Land und Boden gab. Fast an gleicher Stelle steht unsere heutige Georgskirche.

1157 erhielt der Ort Zollfreiheit. 1312 war die genannte Kirche schon so zerfallen, daß sie wieder neu aufgebaut werden mußte. Das Schankrecht erhielt die Gemeinde 1463, und wenn man dabei von acht Schankstätten spricht, dann möchte man gerne wissen, wie viel Einwohner hatte dieser Ort? 160 Einwohner konnten sich damals acht Gaststätten leisten.

1630 wurde Daberstedt Melchendorf inkorporiert. Die besondere Lage dieses Dorfes führte dazu, daß es auch unter den damals nicht wenigen Kampfhandlungen und Kriegen zu leiden hatte. 1633 zerstörten die Erfurter mit schwedischer Genehmigung Dorf und Kirche. Ein Stein des Anstoßes war beseitigt.

1664 wurde der nur notdürftig wieder aufgebaute Ort wiederum total zerstört, diesmal durch die mit dem Erzbischof von Mainz verbundenen Truppen. Ein Jahr später stand die Kirche wieder, und nur etwa 60 Einwohner schafften sich notdürftig neue Heimstätten. 1791 mußte die total zerfallene Kapelle wiederum mit Mitteln aus Mainz neu aufgebaut werden. Nur 22 Jahre durfte man in ihr Gottesdienst feiern. 1813 waren es die Franzosen, die den Ort und die kleine Kirche endgültig dem Erdboden gleich machten. Die Einwohner flüchteten nach Melchendorf und Dittelstedt, um dort gemeinsam mit ihren Glaubensbrüdern zwei schlimme Jahre der Besatzung, Brandschatzungen und Seuchen zu erleiden. Über die Hälfte der Einwohner starben in dieser Zeit.

Eine Siedlung, die 1905 in der Nähe des Ortes Daberstedt erbaut wurde, benannte man in Erinnerung an das zerstörte Daberstedt „Neudaberstedt". In diesem Siedlungsgebiet wohnten Eisenbahner und Postler, von denen viele vom Eichsfeld kamen und damit auch katholisch waren. Seelsorglich betreut wurden sie von der Erfurter Lorenzgemeinde, der Kirche, die am Anger steht. Von 15 Schülern einer Klasse, die zur Lorenzgemeinde gehörten, wohnten allein 6 in Daberstedt. Bei den Kindern war jedes dritte und bei den Erwachsenen jeder sechste ein Daberstedter. So machte es sich notwendig, für den südlichen Bereich jenseits der Bahnlinie einen eigenen Seelsorgebereich zu schaffen. Realisiert wurden die schon lange gedachten Gedanken erst im Jahr 1940. Am 14. April 1940 fand der erste Gottesdienst in der notdürftig eingerichteten Kapelle statt. Kurz war die Freude, denn schon am 27. Mai des gleichen Jahres wurde das Gotteshaus durch die Geheime Staatspolizei geschlossen.

Genau fünf Jahre später, am 25. Mai 1945, durften wieder Gottesdienste in der hergerichteten Kapelle gehalten werden.

Mit diesem Beitrag, der für die 50-Jahr-Feier der Georgskirche gedacht ist, habe ich einen Bogen gespannt, der eine bewegte Geschichte des Erfurter Gebietes, der Stadt, des Dorfes Daberstedt und der St. Georgs Kirche aufzeigt.

Fred Trebert


Mittelalterliche Frömmigkeit

Mittelalterliche Frömmigkeit in der St. Georgsgemeinde
Von Fred Trebert, Erfurt

In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts gab es in ERFURT verheerende Epidemien. 8000 Menschen starben damals an der Pest und am Hungertyphus. Um der Ansteckungsgefahr vorzubeugen, begrub man die Toten auf Friedhöfen von Orten, die schon längst ausgestorben waren. Diese Orte waren: NEUSES am Roten Berg und SCHMIDTSTEDT an der heutigen „Henne" gelegen.

1340 beschloß der Rat der Stadt eine Sühnewallfahrt nach Schmidtstedt, die jährlich in der Pfingstwoche zum dortigen Friedhof führen sollte.

Die Reformation machte es unmöglich, im überwiegend evangelischen Erfurt diese Prozession noch durchzuführen.

1581 nahmen die Katholiken die alte Tradition wie der auf. Die Prozession durfte aber nicht durch die Stadt gehen, deshalb traf man sich hinter dem Schmidtstedter Tor. Von dort zog man singend und betend zum Schmidtstedter Friedhof. Die noch erhaltene Kirche durften die Katholiken nicht benutzen, und so zog man nach einem kurzen Gebet in die Dittelstedter Kirche, um dort die Hl. Messe zu feiern. Von da aus ging es dann durch die Dittelstedter, Melchendorfer und Daberstedter Flur über den Rabenhügel zum Daberstedter Friedhof. Dort löste sich die Prozession auf.

1605 gab es eine neue Ordnung. An sieben Freitagen hintereinander zog jeweils eine Gemeinde der Stadt zum Schmidtstedter Friedhof. Man begann am ersten Freitag nach Ostern und endete am Freitag vor Pfingsten.

1615 bekamen die Katholiken die verfallene Kirche von Schmidtstedt zugesprochen. Dieselbe wurde instand gesetzt und 1619 hielt man den ersten Sühnegottesdienst in ihr.

1632 verboten die Schweden die Prozession. Sie rissen die Kirchen von Schmidtstedt, Dittelstedt und Daberstedt ab.

1652 konnte man die alte Tradition wieder aufnehmen. An dem Ort, wo die Schmidtstedter Kirche stand, stellte man ein Kreuz auf. Vom Schmidtstedter Friedhof ging es über die Dittelstedter, Melchendorfer und Daberstedter Flur zum Löbertor. Dort wurde die Prozession vom Pfarrer der Crucis-Gemeinde in Empfang genommen und zur Messe in die Crucis-Kirche geführt.
Im Laufe der Zeit stellten sich viele Mißstände ein. Der Weg zum Schmidtstedter Friedhof wurde durch den zunehmenden Fahrverkehr immer gefährlicher. Kirchenfeindliche Demonstrationen auf dem Prozessionsweg und mangelndes Interesse der Gläubigen ließen die Teilnahme immer mehr zurückgehen.

Seit 1923 gibt es die Schmidtstedter Prozession nicht mehr. Nur das Kreuz am Friedhof kündete von einstiger Frömmigkeit. Bald verschwanden der Corpus und dann das Kreuz selbst. Nur der Sockelstein des Kreuzes erinnert uns an die Pestwallfahrt und an den Ort des Friedhofes und der Kirche von SCHMIDTSTEDT.



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